Mittwoch, 8. Dezember 2010

Deutsche Wohnen

First Post! Keine einleitenden Worte. Das hier ist keine Prosa, sondern eine Zustandsbeschreibung.



Die Küche, so wie sie beim Einzug aussah - und praktisch immer noch aussieht.

Adresse:Geisenheimer Straße 42
14197 Berlin
Mieter:Bernhard Graf
Vermieter:Deutsche Wohnen Management GmbH
Mecklenburgische Straße 57
14197 Berlin

Beginn des Mietverhältnisses: 15.9.2010

Mängelbeschreibung

Eindringende Feuchtigkeit durch unzureichend abgedichtete Lüftungsöffnungen der ehemaligen Speisekammer (sog. "Berliner Kühlschrank"). Als Folge dessen aufquellende und abblätternde Farbe und braune Nässeflecken auf der Wand.

Bei der Wohnungssanierung vor Bezug war in der Speisekammer die Wand zur Außenseite mit einer wasserdichten Farbe lackiert worden. In der Folge breitete sich das Wasser, das von außen eindrang, großflächig in der Wand aus, bis es schließlich außerhalb der Speisekammer durch die Wand in die Küche eindringen konnte.

Kurzfassung

Ich bin seit dem 15.9. offiziell Mieter der besagten Wohnung, und bis zum heutigen Tag wird das Problem von meinem Vermieter ignoriert. Die Wohnung hat keine Kücheneinrichtung. Solange aber Nässe in erheblichem Maße durch die Wand eindringt, kann ich mit der Renovierung und dem Einbau einer Küche nicht beginnen. Ich bin daher seit beinahe einem viertel Jahr ohne eine Küche - habe daher keine Möglichkeit, einen Kühlschrank, einen Herd, eine Spüle oder eine Waschmaschine zu installieren - bzw. werde entsprechende Anschaffungen - auch der Küchenmöbel - nicht tätigen, solange die Zukunft meiner Wohnsituation ungeklärt ist.

TL;DR

3.9.2010 (Tag 1):

Die Schlüsselübergabe mit Frau Franziska Haase, Büro "Deutsche Wohnen", Südwestkorso 53a. Bereits zu diesem Termin bemängelte ich die abblätternde Farbe in der gerade zuvor sanierten Wohnung in der Ecke zwischen Küchenaußenwand und Speisekammer (bei der Wohnungsbesichtigung Mitte August war hier noch alles in Ordnung). Dies wurde auch ins Protokoll übernommen, mit der Zusage, dass man sich darum kümmern werde, nebst anderen Dingen, wie Wohnungstürzylinder tauschen, Wohnungstürschnapper gangbar machen und Heizungsrohre nachstreichen.

Einige Tage darauf meldete sich ein Mann telefonisch während meiner arbeitsbedingten Abwesenheit. Dieser versicherte mir, dass die erforderlichen Arbeiten erledigt seien und das Nässeproblem sich von selbst erledigen würde - die Wand sei wohl einfach zu früh nach der Ausbesserung gestrichen worden. Nach Besichtigung der Sachlage stellte ich fest, dass von den Arbeiten nur der Zylindertausch durchgeführt worden war.

15.9.2010 (Tag 13):

Offizieller Beginn meines Mietverhältnisses.


Außenansicht: Wassercorona um die "verschlossene" Lüftungsöffnung


"Frisch renoviert!"
Da sich das Nässeproblem erwartungsgemäß nicht verringerte, versuchte ich selbst, die Ursache festzustellen. Auch von außen war ein großer, nasser Fleck auf der Mauer deutlich zu erkennen, und zwar kreisrund um die obere der beiden ehemaligen Lüftungsöffnungen. Da in diesem Bereich keine Wasserleitungen liegen, war klar, dass das Problem nur von eindringendem Regenwasser verursacht worden sein konnte - seit August hatte es nach dem trockenen, heißen Sommer sehr viel und regelmäßig geregnet.

Diesen Sachverhalt schilderte ich in einem persönlichen Gespräch der Stellvertreterin von Frau Haase, da jene in dieser Zeit im Urlaub war.

Ich wurde an die Firma B&O verwiesen, weil diese sämtliche technischen Dienstleistungen für die "Deutsche Wohnen" GmbH durchführe. Am Donnerstag, dem 16.9. rief ich bei B&O an. Man sagte mir einen Termin für den darauffolgenden Mittwoch, 22.9. zwischen 8 und 12 Uhr zu.

22.9.2010 (Tag 20):

Ein Mitarbeiter (Herr Eggebrecht) von B&O kam mit einem Messinstrument, und stellte fest, dass die Wand nass ist: 49% Feuchtigkeit. 10% seien aber maximal tollerierbar. Abschließendes Fazit: Er könne nicht feststellen, wo die Nässe herkäme, schließlich könne er (Zitat) "ja nicht die Wand uffkloppen".

Erneut ging ich zur "Deutsche Wohnen", Büro Südwestkorso, Stellvertreterin von Frau Haase. Und erneut wurde ich an B&O verwiesen. In der Tat meldete sich am darauffolgenden Donnerstag B&O telefonisch ... um mit mir einen Besichtigungstermin am darauffolgenden Mittwoch, 29.9. zwischen 8 und 12 Uhr zu vereinbaren. Ich gelangte allmählich zu der Erkenntnis, dass man mich offenbar systematisch für dumm verkaufen wollte.

29.9.2010 (Tag 27):

Es erschien immerhin ein Mitarbeiter, der kompetent genug war, zu erkennen, was ich auch schon längst wusste: Wasser dringt durch die ehemalige Lüftung ins Mauerwerk, und die lackierte Innenwand verschlimmert diesen Zustand noch. Fazit des Kollegen: Wand muss geöffnet werden, um erstmal austrocknen zu können. Zum Umfang dieser Maßnahme und weiterem Vorgehen wollte sich der Herr aber auf Nachfrage nicht festlegen lassen. Sinngemäß erklärte er mir, er könne keine Maßnahmen versprechen, die den wirtschaftlichen Interessen seines Auftraggebers entgegenstünden!

Man würde sich melden...

Tat man aber nicht. Telefonisch war Frau Haase nicht erreichbar. Auf Nachrichten auf ihrem AB hat sie nicht reagiert. Ein Anruf bei B&O brachte ebenfalls nichts: Da ich den Namen des Mitarbeiters, der zuletzt bei mir war, nicht nennen konnte, könne man nicht feststellen, um welchen Vorgang es ginge. Aber man würde sich auf jeden Fall bei mir melden...

8.10.2010 (Tag 38):

Ich schrieb mein erstes Einschreiben mit Rückschein an die "Deutsche Wohnen" Link: Schadensmeldung-DeuWo_1.pdf: Androhung von Mietminderung sowie Fristsetzung zum 22.10.2010.

19.10.2010 (Tag 49):

Nach Beitritt zum Mieterverein e.V. und Beratung sendete ich ein zweites Einschreiben mit Rückschein mit Androhung anwaltlicher Schritte Link: Schadensmeldung-DeuWo_2.pdf.

Keinerlei Reaktion von der "Deutsche Wohnen".

27.10.2010 (Tag 57):

Ich wollte an diesem Morgen um 10 Uhr in der Filiale des Mietervereins in der Wilmersdorfer Straße weitere Schritte beraten, doch gegen 9 Uhr rief mich ein Mann an, der mir in gebrochenem Deutsch zu verstehen gab, dass er Maler sei, und sich um dieses Nässeproblem bei mir kümmern sollte.

Ich war einigermaßen erstaunt, doch noch mal eine Rückmeldung zu erhalten, auch wenn ich den Mann erstmal mitteilte, dass ich hier doch eher einen Maurer brauchte. Mein Gesprächspartner beeilte sich hinterherzuschieben, dass er auch die Lüftungsöffnungen mit Styropor und Mörtel verschließen könne. Nun ja, soll er kommen. Auch er hatte erst sechs Tage später Zeit - daran hatte ich mich ja mittlerweile schon fast gewöhnt... Meinen Termin beim Mieterverein habe ich dann erstmal abgeblasen.

2.11.2010 (Tag 61):

60(!) Tage nach der Schadensmeldung! Ein Herr Thomas erschien. Offenbar der Chefmaler, dessen Leute auch die Wohnungssanierung durchgeführt hatten. Er schien sehr verwundert, wie das passieren konnte (wo/was der wohl gelernt hat?) Er schilderte mir sein Vorhaben, den Lack von der Wand abzuziehen, die Metallrohre in der Wand zuzumauern, und die Wand neu zu verputzen. Und ich schilderte ihm meinen Standpunkt, dass das Zumauern der Rohre wenig helfen würde, da das Wasser ja offensichtlich nicht durch die Rohre, sondern auf deren Außenseiten ins Mauerwerk eindrang. Die Rohre müssten meiner Ansicht nach raus aus der Wand, und diese dann ordentlich verschlossen werden.  Herr Thomas meinte aber, er sei nicht befugt, weitergehende Maßnahmen zu ergreifen. Er sei von B&O für diese Sache bestellt worden, und könne mehr nicht machen. Immerhin waren wir uns einig, dass das Entfernen der Wandlackierung eine hilfreiche Maßnahme wäre.

Die Mietzahlung würde ich jedenfalls nur dann wieder aufnehmen, wenn die Schadensursache behoben würde - ich sagte Herrn Thomas, dass könne er gerne der "Deutsche Wohnen" mitteilen - was er im Übrigen zusagte.

Danach kam ein polnischer Arbeiter (offenbar jener, mit dem ich sechs Tage zuvor telefoniert hatte) und führte die angekündigten Arbeiten durch.

17.11.2010 (Tag 76):

Erste direkte Meldung seitens der "Deutsche Wohnen" GmbH seit Schlüsselübergabe: Die erste Mahnung wegen ausstehender Mietzahlungen. Keinerlei Bezugnahme auf meine ausführlich dargelegten Gründe.

20.11.2010 (Tag 79):

Ein weiteres Einschreiben mit Rückschein ging an die "Deutsche Wohnen", in dem ich darlegte, dass die Wand immer noch nass war und auch die braunen Wasserflecken an der Küchenwand zu entfernen wären, bevor ich mit den vereinbarten "Schönheitsreparturen" beginnen könne. Fristsetzung: Sieben Tage ab Erhalt - analog dem Zeitraum, den die "Deutsche Wohnen" offenbar in ihren eigenen Mahnungen gewährt Link: Schadensmeldung-DeuWo_3.pdf.


Der Lack ist ab. Endlich kann die Nässe auf kürzestem Wege durch die Wand!

Auf der Küchenseite wurde die Wand ausgebessert. Sieht man ja...


Außen wie gehabt. Der kleine weiße Streifen ist mein Versuch, mit Acryldichtmasse das direkte Reinlaufen des Wassers zu verhindern.

23.11.2010 (Tag 82):

Anruf bei Maler Thomas, ob er denn jetzt noch versuchen werde, die Baumaßnahmen so zu Ende zu führen, dass ich die Küche endlich renovieren könnte. Das lehnte er ab, da er dafür nicht bezahlt würde. Er stimmte aber meiner Annahme zu, dass die braunen Wasserflecken durch einen Dispersionswandanstrich immer wieder durchkämen. Hier müsste man eigentlich eine Sperrschicht aus Lackfarbe streichen, was aber - erfahrungsgemäß - an dieser Stelle nicht möglich ist.

3.12.2010 (Tag 92):

Schriftliche Abmahnung durch die "Deutsche Wohnen" wegen Mietrückstands.

8.12.2010 (Tag 97):

Erneuter Besuch beim Mieterverein. Man riet mir, meine Mietminderung auf 30% der Bruttokaltmiete zu begrenzen, um meine juristische Ausgangslage nicht unnötig zu verschlechtern. Also habe ich zähneknirschend nachgezahlt. Abgesehen davon nimmt sich jetzt die Hauptgeschäftsstelle des MV der Angelegenheit an.

Übrigens mein viertes Einschreiben an die "Deutsche Wohnen" - langsam müsste ich mit der Post über Rabatte verhandeln. Link: Schadensmeldung-DeuWo_4.pdf

[Update]

11.12.2010 (Tag 100):

Tauwetter. Nicht im übertragenden Sinne, aber nein!

Nach etwa zwei Wochen echtem Winter mit durchgängigen Minustemperaturen, schoss das Quecksilber in der Nacht von Freitag auf Samstag deutlich nach oben, verbunden mit Regen und Schmelzwasser.

Die betroffene Wand war durch die ausbleibende Nässe seit Ende November schon teilweise abgetrocknet - abgesehen von neu geblideten gelblichen und dunkelgrauen Ablagerungen hatten die Wasserflecken wolkige Formen angenommen. Doch seit Samstag früh sieht die Wand wieder aus, als wäre ein Rohr in ihr geplatzt. Die Fotos stammen vom Folgetag - da hatte sich die Feuchtigkeit inzwischen über die halbe Wand in der Speisekammer ausgebreitet.


Nach Einbruch des Tauwetters wieder klitschnass. Frage mich, ob es erst schimmeln wird, oder der neue Putz schon vorher runterplummst. Man sieht deutlich, dass das Wasser nicht durch den Kanal eindringt, sondern außen rum.

Keine gesüdete Karte von Australien, sondern die untere - eher schwach betroffene Öffnung.


...99 Tage nach Schadensmeldung!